„Pfot treten“ und „brettln“: So kam man im Bergwinter zur Schule

Familie Ferner, vamos Gastgeber auf der Tonnerhütte am Zirbitzkogel in der Steiermark

Familie Ferner (Foto oben) betreibt die Tonnerhütte in der Steiermark mit zwei Generationen. Tochter Katharina hat uns erzählt, wie ihre Eltern Reinhard und Ludmilla früher in den Bergen bei Schnee und Kälte zur Schule gingen.

Der Hof in Jakobsberg, wo mein Vater wohnte, lag 200 Meter oberhalb der Schule. Meine Mutter wohnte tiefer, am Gressenberg – da war es umgekehrt, sie musste 200 Höhenmeter zu Schule bergauf zurücklegen. Die Höfe in Jakobsberg sind sehr verstreut und die Kinder weiter oben am Schulweg haben die weiter unten wohnenden abgeholt. Mein Vater ging immer bis zum „Sevi“, dem Hof, an dem er die nächsten Kinder traf. Seine Oma hat ihm immer besorgt aus dem Fenster hinterhergeschaut, ob er es wohl gut bis zum „Sevi“ geschafft hat.

Ein Glück, wenn jemand „Pfot treten“ hat

Früher waren die Niederschlagsmengen noch viel größer als heute. Für meinen Vater als schmächtigen Schulanfänger war der Weg bei Neuschnee besonders beschwerlich und er war froh, wenn die größeren Schulkinder „Pfot treten ham“ (den Pfad vorgetreten haben). Meine Mutter hatte es etwas leichter: Da ihr Vater Zimmerer und Maurer war, war er im Winter zu Hause und hat ihr und ihren sieben Geschwistern bei Neuschnee den „Pfot treten“.

Mit Schlitten und Ski zur Schule – nicht immer ein Vergnügen

Foto: iStock.com/AlexSava

Wenn die Straße einige Tage nach dem Schneefall schon etwas befahren war – Schneeräumung gab es damals keine – konnte mein Vater mit dem Schlitten zur Schule fahren. Das wollte aber gut überlegt sein, da man den schweren Schlitten nach Schulende 200 Höhenmeter hinauf ziehen musste.

Bei meiner Mutter gab es damals in der Schule sogar schon einen Skikurs. Ihr Vater hatte ihr extra Ski aus Holz gebaut, nur damit sie daran teilnehmen konnte. Darauf war sie mächtig stolz, denn es war etwas ganz Besonderes, echte Ski zu besitzen. Die Schüler mussten sich die Piste bei tiefem Neuschnee selbst präparieren – „brettln“. Da kam man ganz schön ins Schwitzen. Dafür konnten manche Kinder dann ab und an mit den Skiern zurück nach Hause fahren.


Winterurlaub auf der Tonnerhütte

Heutzutage ist das Rodeln und Skifahren auf der Tonnerhütte zum Glück ein großes Vergnügen! Und dank hauseigenem Lift muss niemand mehr Schlitten oder Ski bergauf ziehen oder tragen.

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