vamos Lesezeit – ein Interview mit Philip Waechter

Bei Lesungen von Philip Waechter geht es schon mal hoch her. Zum Beispiel, wenn der Illustrator nach den Wünschen der Kinder zeichnet. Wie viel Spaß Erfinden und Erzählen macht, erleben die Kleinen auch bei der vamos Lesezeit. Bei einem dieser Termine hat uns Philip Waechter von seinem Leben und seiner Arbeit erzählt.

Seit 2011 bist du bei der vamos Lesezeit dabei. Wie läuft denn so eine Philip-Waechter-Lesung für Kinder ab?

Interessanterweise denken viele Kinder, bei einer Lesung würde ein alter Onkel mit Rauschebart im Sessel sitzen und vorlesen. Tatsächlich geht es bei meinen Lesungen etwas anders zu. Natürlich lese ich vor, aber ich erzähle auch, was ich so den ganzen Tag tue, und was es heißt, sich Geschichten auszudenken.

Deine Bücher leben auch von den tollen Illustrationen …

Darum habe ich einen Beamer dabei und die Bilder aus den Büchern werden an die Wand projiziert.

Und wie reagieren die Kinder?

Das ist immer spannend. Was kommt an? Was nicht? Manchmal kochen die Emotionen hoch, wenn ich nach den Ideen der Kinder zeichne und die Figuren immer abstruser und monsterhafter werden. Das ist dann besonders schön.

Welche Rolle spielt das Vorlesen bei dir in der Familie?

Wir lesen gerne und viel – quer durch die Literatur. Zusammen im Bett liegen, Geschichten lesen und darüber reden: Das ist fester Bestandteil unseres Familienlebens.

Dein Vater war der berühmte Cartoonist F. K. Waechter. Wie kam es, dass du einen ähnlichen Berufsweg eingeschlagen hast?

Für mich gab es als Kind immer zwei Optionen: Fußballer oder Zeichner. Dass es mit Fußball nichts wird, war relativ früh klar. Das Zeichnen war dann immer da. Ich kann mich erinnern, dass mein Vater für mich ein absolut freier Mann war, der das gemacht hat, was ihn wirklich interessierte. Davon konnte er zudem gut leben und war bekannt. Das fand ich natürlich reizvoll.

Was macht dir bei deiner Arbeit am meisten Spaß?

Das Entwickeln von Ideen, diese umzusetzen und dann zu spüren, wenn die Geschichte anfängt zu leben.

Was sind die Schattenseiten deiner Arbeit?

Die sind recht klein: Auch ich habe nicht immer Lust zu arbeiten, mir scheinen die Ideen auszugehen, oder eine Zeichnung gelingt nicht. Das lässt sich aber ganz gut aushalten.

Mit „Endlich wieder zelten“ hast du ein Buch über einen Campingurlaub veröffentlicht. Bist du ein Camping-Fan?

Bei dem Thema scheiden sich ja die Geister. Es gibt die Zelter oder die Nicht-Zelter. Die Bisschen-Zelter gibt es nicht. Ich bin ein Zelter. Also lag es nahe, das mal als Buch zu verarbeiten.

Was war als Kind für dich am schönsten am Urlaub?

Nicht an Schule denken zu müssen, angeln zu gehen, zu baden, zu spielen – einfach Dinge zu tun, die man gerne macht.

Und heute? Was ist dir als Vater beim Urlaub wichtig?

So zu planen, dass man allen gerecht wird.

Und dein Lieblingsreiseziel?

Ich liebe Frankreich, ich liebe das Meer und die Berge. Ich mag die Sonne, kann aber auch mal Kälte aushalten. Die Abwechslung macht es. Ich bin einfach gerne unterwegs, sehe viel, treffe Menschen und merke, egal wo man ist, man kommt eigentlich immer zurecht. Die Menschen sind gar nicht so unterschiedlich, wie man vielleicht manchmal denkt.


Philip Waechter

Philip Waechter während des Interviews

1995 begann mit „Papa in Panik“ Philip Waechters Karriere als Autor und Illustrator. Nach dem Studium in Mainz entwickelte er seinen ganz eigenen Stil und schuf unter anderem das liebenswerte Hasenmädchen Rosi, für dessen Geisterbahn-Geschichte er 2006 den „Eulenspiegel Bilderbuchpreis“ erhielt. Neben Talent sind es für Waechter vor allem „Freude, Leidenschaft, Übung und Disziplin“, die einen erfolgreichen Zeichner ausmachen. Seine Begeisterung fürs Erzählen in Worten und Bildern teilt der gebürtige Frankfurter seit 1999 mit seinen Kollegen von LABOR. Die Ateliergemeinschaft verdankt vor allem den „Kinder Künstler Büchern“ eine große Anhängerschaft bei kleinen und großen Kreativen.


Das Interview ...

... führte vamos Produktmanager Jens Hoffmann im Park Hotel Azalea. Gastgeberin Manuela Demattio servierte sogar eine Torte dazu. vamos sagt „Danke!“ – an Manuela für die süße Sünde und an Philip Waechter für das spannende Gespräch.


Die vamos Lesezeit

Bekannte Kinderbuchautoren und -illustratoren lesen in vamos Urlaubsorten aus Ihren Büchern vor und lassen ihre Figuren lebendig werden – ein fantasievoller Spaß für kleine und große Wintergäste.

Die Termine der vamos Lesezeit finden Sie hier.

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