Von Herzen Bio. Zu Besuch im Salzburger Land

Mit Nadja Blumenkamp auf dem Zieferhof

Nachhaltigkeit und Bio machen „irrsinnig Spaß“ und stecken voller Lebensfreude – Nadja Blumenkamp, Gastgeberin im Biohotel Rupertus, reißt uns mit.

Der Spaß beginnt mit Fahrvergnügen. 170 PS hat es und ist erstaunlich wendig. Erstaunlich auch die Ruhe, mit der das Auto durch die Leoganger Landschaft gleitet. Dank Elektromotor. „Das ist ein so lebensfrohes Auto”, schwärmt Nadja Blumenkamp. Sie fährt fast nur noch damit. Für sie war die Anschaffung des emissionsfreien Wagens vor zwei Jahren ein logischer Schritt: „Als Biohotel muss man sich einfach auch mit E-Mobilität beschäftigen.“ Das möchte sie mit ihren Gästen teilen, die das Fahrzeug leihen und es so ausprobieren können. Gerade im Sommer wird das Angebot gerne genutzt, z.B. für einen Stadtausflug nach Salzburg oder eine Ausfahrt auf den Großglockner. Heute ist Nadja Blumenkamps Weg kürzer: Er führt sie zum Zieferhof, einem ihrer Bio-Lieferanten in Leogang.

Das Glück vor der Haustür

Der Hof liegt idyllisch gebettet in Weiden und Ackerflächen, auf denen Biobauer Bernhard Perwein Dinkel anbaut. Auch Urlaub auf dem Bauernhof bietet er an und kürzlich hat er seinen kleinen Hofladen eröffnet. Jetzt steht er umzingelt von mehreren zutraulichen Kühen im Stall. Es ist ein geräumiger Laufstall, in dem etwa 40 Milchkühe leben. Seine Flügeltüren sind von morgens bis abends offen – so können die Tiere selbst entscheiden, wann sie hinausgehen möchten. Für seine Milchprodukte entwickelte Bernhard Perwein vor einigen Jahren eine eigene Marke, „Mei Muich“. „Seine Produkte sind sehr beliebt“, erzählt unsere Gastgeberin, „er ist mit ihnen in vielen Privathaushalten vertreten und beliefert das Altenheim und Schulen in Saalfelden.“ Das Rupertus bezieht vom Zieferhof seit vielen Jahren Kuhmilch, Fruchtjoghurts und Naturjoghurt. „Es ist doch Luxus und etwas Tolles, wenn ich ganz in der Nähe solche Dinge bekomme. Eier von Hühnern, die in Leogang auf der Wiese herumlaufen und unsere Luft einatmen. Oder die Milch glücklicher Kühe“, findet sie. Und noch etwas steckt hinter Nadja Blumenkamps Wunsch, regional einzukaufen: „Wenn man aufhören würde bei den ortsansässigen Bauern einzukaufen oder in ihre Almen einzukehren, würde ihre Landschaftspflege irgendwann auch aufhören.“

„Auch meinen Kindern versuche ich zu vermitteln, dass man nicht nur in den Supermarkt gehen muss.“ 

Aufgeladen mit Natur

Von großem Wert ist auch, was Nadja Blumenkamp vor einigen Jahren dazu bewogen hat, in ihrem Hotel konsequent auf Bioküche umzustellen. Sie möchte ihren Gästen im Urlaub ermöglichen, was im Alltag oft zu kurz kommt: sich selbst Gutes tun. Wer gesund und hausgemacht isst, „fühlt sich dementsprechend und hat eine andere Energie“, beschreibt sie. Energie aus der Natur ist bei der Hotelumgestaltung 2013 auch in die Gästezimmer eingezogen. Für die hat sie heimische, naturbelassene Hölzer, Naturmaterialien und biozertifizierte Öle und Anstriche ausgewählt. Warum hat sie sich bei der Zimmerausstattung selbst hohe Auflagen gesetzt, wenn es sie für Biohotels offiziell nicht gibt? Sie begründet es mit Aufrichtigkeit sich und anderen gegenüber. Man spürt, wie sehr sie das antreibt. „Ich möchte mit gutem Gewissen sagen können, das ist jetzt wirklich ein ehrliches Angebot und keine Mogelpackung.”

Mit ihren Töchtern Johanna und Katharina geht unsere Gastgeberin gerne Tiere und Kräuter im Wald entdecken, wandern, Rad fahren und natürlich: Ski fahren

Mit Energie zu Impulsen

Welche Kräfte sich auch aus Aktivitäten in der Natur schöpfen lassen, fühlt Nadja Blumenkamp am stärksten beim Skitourengehen, ihrer großen Leidenschaft. Das gleichmäßige Bergaufgehen hat für sie „etwas leicht Meditatives“ und es begeistert sie, all die unterschiedlichen Landschaftsbilder und -geräusche aufzunehmen. Vor allem liebt sie die Phase, in der gute Einfälle das Denken ablösen. „Die meisten Ideen kommen mir beim Tourengehen“, lacht sie. Einige davon sind gerade erst in den Hotelalltag geflossen. „Das ist auch etwas, was an meinem Beruf Spaß macht: dass man immer wieder kleine Impulse setzen kann!“


Nadja Blumenkamp leitet das Biohotel Rupertus mit ihrem Mann Olaf und ihren Eltern Sophie und Gottfried Herzog an der Seite. Das Salzburger Land bedeutet ihr viel – sie ist in Leogang aufgewachsen, das Rupertus ist ihr Heimathaus. Achtsamkeit für die Natur, sich selbst und andere waren für die naturverbundene Familie schon immer selbstverständlich. Immer wieder tüftelt das Hotelteam an neuen Feinheiten, die den Bio-Erlebniswert der Gäste noch steigern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.